Persönlicher Wettkampfbericht von Thorsten Götz vom der Challenge Roth über 3,8 KM Schwimmen, 180 KM Radfahren, 42 KM Laufen.

 

 

- Kopfschmerzen

- unverständliche Zeitstrafe beim Radfahren

- Schneller Radsplit

- Schwere Beine beim Laufen

- Ein Wettkampf mit vielen Ecken und Kanten und trotzdem zufrieden.



Nun bin ich wieder aus Roth zurück voller neuer Eindrücke.

In der Woche vor Roth habe ich zum Teil mit starken Kopfschmerzen zu
kämpfen.
Diese sind irgendwie von verspannten Nackenmuskeln gekommen, mit etwas
Schmerztabletten
waren die Schmerzen jedoch erträglich. Diese Tabletten wollte ich in der
Nacht auf den Renntag nicht nehmen.
Die Schmerzen waren am Sonntag wieder da und ich musste sehr stark mit mir
ringen den Start unter
diesen Voraussetzungen doch zu versuchen.

Zum Glück hielten sich die Kopfschmerzen beim Schwimmen im Hintergrund und
ich konnte mein Ding durchschwimmen.
Ankommen ohne Krampf war das Ziel, dementsprechend habe ich mich auch
zurückgehalten um nicht zu verkrampfen. Zusätzlich
hatte ich auch die Lifewave - Pflaster an den Waden, jedenfalls habe ich das
Schwimmen ohne Wadenkrämpfe beendet.
Was für mich schon ein kleiner Erfolg war.

Auf dem Rad lief es super, bis KM 120 hatte ich noch einen 36,5er Schnitt
auf der Uhr, jedoch ist mir
bei diesem Rennen das passiert, auf das ich sonst immer so achte dass es
mich nicht trifft. Ich musste
eine 8 minütige Penalty absitzen. Ob es gerechtfertigt war, kann ich nicht
beurteilen, jedenfalls ist es
schwer wenn man hinten im Feld aus dem Wasser kommt und bei den eher
gemäßigten Radfahrern startet, nicht in der
4. Reihe überholen zu müssen. Manchmal war so viel los auf der Strecke, dass
es zu einer Art Traubenbildung gekommen ist.
Um eine 5h Zeit zu erreichen, musste ich so schnell wie möglich daran
vorbei. Habe mich dann (wie eigentlich in der
DTU Sportordnung erlaubt) am hinteren Radfahrer im Windschatten angesaugt um
anschließend zu überholen.
Durch die Traube wurde auch in der 2. Reihe überholt, also auch da bin ich
ran gefahren um dann in der 3. od. vielleicht
wars auch die 4. Reihe zu überholen. Aber was soll man machen wenn man einen
großen Geschwindigkeitsüberschuss auf die vorausfahrende Gruppe hat !
Zumindest das hat im Wettkampfrichter wohl nicht gefallen.
Danach war die Luft beim Radel raus. Raus gekommen ist eine 5:11, ohne die 8
Minuten wärs fast eine 5 H geworden.
Naja, so ist es halt.

Das Laufen war gleich zu Beginn ein knochenharter Job, entweder habe ich auf
dem Rad überpaced, oder ich hatte nicht die Beine.
Vielleicht hatte ich zu dem Zeitpunkt auch nur keine Lust mich richtig zu
quälen, jedenfalls ging es eine Ewigkeit
bis ich an der Lände war. Ab diesem Zeitpunkt hat mich auch im Schuh ein
nicht vorhandenes Steinchen gedrückt was mich zu
3 x Anhalten gezwungen hat, offensichtlich Phantomschmerzen ;-). Am Kanal in
Richtung Schwanstetten habe ich so langsam
in den Lauf gefunden. In Schwanstetten ist mal wieder die Luft gestanden,
der Rückweg zur Schleuse Lehrstetten mit dem kleinen
Anstieg zum Kanal war ein hartes Stück Arbeit, habe ich aber noch gut
verkraftet. Der Rückweg in Richtung Lände
und der Halbmarathonmarke verlief dann wieder entspannter, jedoch ist man
mit dem Wind gelaufen und die Sonne war unbarmherzig.
An der Lände angekommen, war die Hälfte geschafft. Ab hier wurden die Beine
schwer und das oberste Motto war "nicht wandern".
Es folgten dann die schwersten Kilometer bei Heimpfarrich in den Wald hoch,
die endlos erscheinende Gerade in Eckermühlen
die einen minimalen Anstieg hat. Hitze, Erschöpfung und die "steile" Brücke
am Ende, das ist für jeden eine menthale
Meisterleistung. Durch das leicht abfallende Gelände vom 2. Wendepunkt über
die Brücke duch Erckersmühlen, konnte
man sich hier etwas erholen. Der kleine Anstieg durch den Wald in Richtung
Kanal war die letzte Herausforderung bevor es
am Kanal in Richtung Zieleinlauf gegangen ist.

Auf halbem Weg zur Lände ist mir dann noch Uwe Grode entgegen gekommen, er
sah noch sehr gut aus, ist jedoch nach mir
gestartet. Ich habe dann nochmals alle Kräfte mobilisiert um die letzten 8
KM unter 5:30/km zu laufen. Die Stadtrunde durch
Roth, angespornt durch die vielen Zuschauer und die 2. Luft, konnte ich
teilweise unter 5:00/km laufen. Das Finish war
dann nur noch Formsache. Mit der 10:32 bin ich zufrieden. Vor allem, da der
Start wegen den Kopfschmerzen auf der Kippe stand.
Würde man die 8 Minuten Penalty abziehen, wärs eine 10:22 mit der ich
natürlich sehr gut leben kann.

Dieses Jahr hat mein Supporter - Team auch eine Glanzleistung vollbracht,
alle machbaren Punkte auf der Schwimm, Rad und Laufstrecke
wurden angefahren. Einfach der Wahnsinn !!

Jedoch nach meiner 6. Langdistanz werde ich nächstes Jahr meinen
Saisonhöhepunkt auf eine Mitteldistanz legen und endlich mal schwimmen
lernen.



Soviel aus Roth