The life is an not ending history

 

Hier ein kurzer Bericht über mein so genanntes Seuchenjahr in welchem vieles anders lief  wie ursprünglich geplant!

 

 

 

 

Ich hatte mir dieses Jahr nach meinem recht erfolgreichen Jahr 2005, in dem ich unter anderem Baden- Württembergischer Meister im Cross Country geworden bin, richtig viel vorgenommen! So trainierte ich im Winter viel auf den Skiern und flog über Fasnacht für zwei Wochen nach Mallorca um mich für die anstehende Saison zu rüsten! Ich hatte ein super Gefühl für die anstehende Saison nachdem ich aus Male zurückkam und so war ich richtig heiß auf das erste große Rennen, welches am 9.April in Offenburg(Bundesliga) über die Bühne gehen sollte! In Offenburg dann, fuhr ich für meine Verhältnisse ein super Rennen, da zu diesem Zeitpunkt bei uns im Schwarzwald noch knapp 30 cm Schnee lagen! Ich wurde in einem hochkarätig besetzten Rennen guter 53er von 140 Startern und konnte sogar den einen oder anderen Pro abhängen! Ich war also topp motiviert und so fuhr ich dann über Ostern für 4 Tage noch mit Kollegen  an den Lago Magiorre um noch etwas Bike spezifisch zu trainieren! Ich fühlte mich nach diesem Aufenthalt in der Form meines Lebens und war heiß, sehr heiß ich wollte nur noch eins und zwar richtig schnelle Rennen fahren!

Aber leider kommt es im Leben halt nicht immer so wie man das gerne hätte! In der Woche drauf dann musste ich auf meiner Arbeit eine Tätigkeit mit Schneidöl verrichten, welche mir irgendwie auf die Atemwege ging! So hatte ich das Gefühl direkt an dieser Maschine bleibt mir die Luft weg! Das war im Nachhinein der Anfang vom Ende!

 

Am Sonntag stand dann der zweite Lauf zur MTB-Bundesliga in Münsingen auf dem Programm! Ich hatte durch Offenburg eine super Startposition und konnte anfangs das hohe Tempo relativ  gut mitgehen! In der zweiten Runde bekam ich dann aber auf einmal nicht mehr so richtig Luft und so wurde ich dann durchgereicht und stieg dann auch aus! Die Woche drauf fand dann noch die Baden- Württembergische Meisterschaft statt, wo ich mir natürlich einiges ausgerechnet hatte! Nach verhaltenem Start fand ich eigentlich gut ins Rennen und fand auch nen gescheiten Rhythmus! Nach dreiviertel des Rennens jedoch verließen mich schlagartig meine Kräfte und so kam ich noch als 8er rein ins Ziel, was natürlich nicht gerade meinen Erwartungen entsprach! Ich konnte mir so einen katastrophalen Einbruch nicht erklären, da ich mir den ganzen Winter so den Arsch aufgerissen habe und so ging ich dann die Tage drauf zu meinem Hausarzt! Dieser meinte dann es wäre eine Grippe und so nahm ich denn eine Woche lang Antibiotika, was im Nachhinein völlig übertrieben war! Danach hatte ich dann immer noch die gleichen Atembeschwerden auf der Arbeit und so Überwies mich dann mein Hausarzt zu einem Hautarzt! Dieser Quacksalber machte dann nen Allergietest und meinte es wäre nur der Heuschnupfen und ich soll doch erst mal abwarten! Ich habe nur schon seit Jahren Heuschnupfen und da dies ganz andere Symptome sind organisierte mir dann meine Mutter in Freiburg in der Sportmedizin einen Termin! Nur das Problem war, da unten waren sie am Streiken! So sprach ich dann zwar mit dem Dr. Olaf Schumacher(Arzt der MTB-Nationalmanschaft) darüber, konnte aber vor Ort keine weiteren Test machen lassen! Dieser meinte dann es wäre Asthma und schickte mich zu einem Lungen- u .Bronchialexperten! Dieser machte dann einen 0acht fünfzehn Lungenfunktionstest und meinte ich hätte Asthma bronchiale! OK, dachte ich mir damit lässt es sich Leben! So nahm ich dann sämtliche Asthma Präparate und wartete Wochenlang auf Besserung! In dieser Zeit trainierte ich dann auf abwarten, da es eh wenig Sinn macht viel zu trainieren  wenn man nicht richtig Luft bekommt!

 

Der Weltcup in Spa (Belgien) sowie die deutschen Meisterschaften in Albstadt gingen mir so durch die Lappen! Ich blickte trotzdem nach vorne und dachte mir, dann lass ich es eben im Herbst umso mehr rocken, denn das ganze Training im Winter kann doch wohl nicht fürn Arsch gewesen sein!  

 

Leider wurde überhaupt nichts besser und ich suchte die Ärzte nochmals auf, wurde aber wieder mit den gleichen Sprüchen wie: abwarten, neues Medikament versuchen usw. abgeschoben!

In dieser Zeit kam dann auch noch der größte Dopingskandal aller Zeiten um Jan Ulrich ans Tageslicht und für mich brachen dadurch irgendwie gleich zwei Welten zusammen!

 

Ich glaubte bisher stets an einen sauberen Sport für den ich auch gelebt habe! Durch die Enthüllungen um den Spanier Fuentes usw. jedoch ist mir klar geworden das dies wohl ein Wunschdenken war und wohl nicht die Realität! Traurig aber wohl war!

 

Das diese Zeit für mich richtig wohl nicht gerade super war brauche ich wohl nicht näher zu beschreiben!

 

Ich hatte dieses Jahr das Ziel in meinem Sport richtig durch zu starten, leider wurde ich von meiner Gesundheit ausgebremst was ich im Nachhinein vielleicht sogar als Schicksal bezeichnen kann!    

 

Danach fing ich dann an selbst Detektiv in Sachen eigene Gesundheit zu spielen was ich wohl schon viel früher hätte tun sollen! So ließ ich mich dann eine Woche krankschreiben um zu schauen ob es besser wird wenn ich nicht mehr diesen Dämpfen auf der Arbeit, welche beim zerspannen von Metallen entstehen ausgesetzt bin! Und es wurde langsam besser! Die darauf folgende Woche arbeitete ich wieder und bemerkte wie es von Stunde zu Stunde wieder schlimmer wurde, d.h. mir blieb die Luft wieder weg! Danach war für mich klar was das Problem ist!

Ich schaltete dann nach Rücksprache mit meinem Hausarzt die Krankenkasse sowie die Berufsgenossenschaft ein! Nachdem ich dann einen großen Allergietest von der Krankenkasse genehmigt bekam und dieser aber ohne Erfolg war, kündigte ich selbst mein Arbeitsverhältnis zum 30September! Ich hatte keinen Bock mehr noch länger abzuwarten bis die Berufsgenossenschaft endlich mal aktiv wird! Eine Arbeitsunfähigkeit durchzubringen wenn alles nur auf eigene Vermutungen aufgebaut ist macht wenig Sinn und heutzutage sowieso nicht!

 

Ich werde nun am 11.Oktober für ein Jahr nach Australien/Neuseeland fliegen um diese ganze Scheiße, welche mir dieses Jahr widerfahren ist hinter mir zu lassen!

Was ich danach machen werde, ob ich im Sport noch mal angreifen werde und auch wie es beruflich weitergehen wird lass ich mir momentan alles mal noch offen!

Ich brauch jetzt erst mal Abstand von all dem!

 

Mein Fazit noch zum Schluss:

 

Ich konnte trotz alle dem aus dieser Sache auch etwas Positives gewinnen! Ich habe mich nämlich selbst besser kennen gelernt und gemerkt was mir eigentlich wichtig ist in meinem Leben!

Und es ist am besten wenn man so weit es geht sein eigener Doktor ist, denn diese Leute sind leider auch nur Menschen!