Bodenseegeburtstagtour 300,6 km 10h 42min, 1200hm von Juanjo Ureta

(Spanische Stier)

 

Wie jedes Jahr plane ich an meinem Geburtstag eine schöne lange Tour, aber das sie diesmal so lang wird war nicht geplant.

Seit Tagen hatte ich die Bodenseeumrundung geplant! Zuerst stellte ich mir die Frage in welcher Richtung. Schließlich entschied ich mich zuerst die Schweizer Seite zu befahren und über deutschen Boden die Heimreise anzutretten.

Da das Wetter sich wechselhaft zeigte nahm ich vorsichtshalber ein paar Wechselklamotten im Trinkrucksack mit.

Die rechnerischen Daten beliefen sich auf 265km. Eine Menge Kilometer dachte ich mir nur. Mal ein Gel zur Vorsorge einpacken.

Früh morgens fuhr ich dann los. Eigentlich wollte ich über Stein am Rhein, Steckborn fahren aber eine dunkle Wolke ließ mich kurzerhand umdisponieren. Ich fuhr weiter über Radolfzell, Allensbach. Bei Allensbach erwischte mich allerdings diese Wolke. War eigentlich nicht weiter schlimm, weil es war leichter Nieselregen. Schlimmer war das Wasser vom Boden. Dies sollte auch das Einzigste Mal sein das ich an diesem Tag Wasser abbekommen sollte. Bei Klein-Vendedig ging in Kreuzlingen über die Grenze. So fuhr ich über Romanshorn nach Arbon. Jedesmal wenn ich direkte Blick auf den See hatte, beobachtete ich die andere Seite und das was vor mir lag wie sich die dunklen Wolken verhalten.

Über die restlichen Kilometer machte ich mir gar keine Gedanken. Nach Rohrschach überquerte ich die Grenze nach Österreich. Über Hardt kam ich nach Bregenz. Hier wollte ich mir mal diese berühmte Seebühne anschauen, welche ich noch nie gesehen hatte. Nach einem Foto wollte ich auch gleich weiter. Der Radweg war gut ausgeschildert und parallel zum Ufer passierte ich das Schild Freistaat Bayern. Ziemlich bald kam Lindau, wo ich natürlich auf die Insel fuhr! Hier war erstmal Nahrungsaufnahme angesagt. In einer Bäckerei deckte ich den Bedarf mit süßen Plunder.

Ab Lindau hatte ich dann Gegenwind, aber irgendwie machte mir dieser gar nicht so zu schaffen. Das Einzige war, das der 30er Schnitt nach 140km verloren ging. Das Schöne bei der Rückreise war, jedesmal wenn ich auf die ander Seite schaute ich immer dachte, da war ich vorher schonmal.

Das Wetter wurde allmählich besser. Trotzdem ließ ich meine Überschuhe und alles an. Keine Zeit zum Ausziehen! Weiter ging es durch Friedrichshafen Richtung Meersburg. Ich war von der Altstadt richtig beeindruckt. Ich kam mir vor wie in einer mediterranischen Hafenstadt. Hier ließ ich das schöne Stadtbild auf mich einwirken, während ich genüsslich ein Riegel aß. In Überlingen fuhr ich an der schönen Uferpromenade vorbei, diese ist mittlerweile für Radler gesperrt.

Mittlerweile waren schon über 200km auf dem Tacho. Trotzdem fühlte ich mich irgendwie noch frisch. Da kam mir die Idee, komm heut machst mal die 300km voll. In Stockach deckte ich mich nochmals mit Getränke voll, schließlich wusste ich das ich noch was vor mir hatte. Nachdem ich mir ein Red Bull reingezogen hatte, war ich wirklich wie beflügelt. Meine Beine wollten nur noch tretten, ich dachte kein Problem. So fuhr ich über Bodmann nach Radolfzell und von hier nach Stein am Rhein ( schließlich fehlte es ja noch ). Über Murbach radelte ich dann dem Körbeltal entgegen.

Bei Thayngen nahm ich dann das Gel das ich noch hatte. Ab da fiel ich in einen Zustand wo ich hätte ewig radeln können. So richtig in Trance machte ich auch noch richtig Druck am Berg, so kam ich problemlos auch in Kommingen an. Ich konnte mich über die herannahende 300km Marke freuen. In Blumberg angekommen reichte es genau um die Km vollzumachen. Alles in allem war es für mich zwar eine einsame aber recht schöne Tour in der ich gute Beine hatte.

 

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